Akademie

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Aka|de|mie [akade'mi:], die; -, Akademien [akade'mi:ən]:
zentrale Einrichtung für Forschung, Bildung:
die Akademie der Wissenschaften, Künste.
Syn.: Hochschule, Institut.
Zus.: Kunstakademie, Militärakademie.

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Aka|de|mie 〈f. 19
1. Vereinigung, Gesellschaft von Gelehrten, Dichtern u. Ä. (Dichter\Akademie, Sprach\Akademie)
3. Anstalt zur Förderung der Wissenschaften, Forschungsanstalt (Berg\Akademie, Kunst\Akademie, Musik\Akademie)
4. Gebäude einer Akademie
5. 〈österr.〉 literar. od. musikal. Veranstaltung
● Mitglied einer \Akademie sein; \Akademie der schönen Künste; \Akademie der Wissenschaften [<grch. akademia, angebl. ein nach einem Heros Akademos benannter Lusthain bei Athen, wo Plato lehrte]

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Aka|de|mie , die; -, -n:
1.
a) [frz. académie < lat. Academia < griech. Akade̅̓meia = Lehrstätte Platons bei Athen] wissenschaftliche Gesellschaft; Vereinigung von Gelehrten, Künstlern od. Dichtern:
A. der Wissenschaften, der Künste;
b) Gebäude, in dem eine Akademie (1 a) ihren Sitz hat.
2. Fach[hoch]schule.
3. (österr. veraltend) literarische od. musikalische Veranstaltung.

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Akademie,
 
[griechisch] die, -/...'i|en, die von Platon um 385 v. Chr. gegründete, im Nordwesten Athens gelegene Philosophenschule, benannt nach einem in der Nähe befindliche Heiligtum des altattischen Heros Akademos. Die ältere Akademie war stark pythagoreisch beeinflusst; das Problem von »Idee« und »Zahl« spielte in der Erkenntnistheorie eine wichtige Rolle, der platonische Dualismus wurde abgeschwächt. Hauptvertreter waren die Nachfolger in der Leitung der Akademie: Speusippos, Xenokrates, Polemon und Krates, daneben die Mitglieder Herakleides, Pontikos, Eudoxos von Knidos und Krantor. - Die mittlere Akademie, zu deren bedeutendsten Vertretern Arkesilaos aus Ätolien und Karneades von Kyrene gehörten, war von einem gegen den Dogmatismus der Stoa gerichteten Skeptizismus geprägt, bei dem die sokratische Aporetik in den platonischen Frühdialogen wieder Gegenstand der Untersuchung wurde. - In der neueren Akademie versuchten Philon von Larissa und Antiochos von Askalon zwischen dem stoischen Dogmatismus und dem Skeptizismus der mittleren Akademie zu vermitteln. Mit dem Neuplatonismus (Plotin, Porphyrios) gewann die Akademie noch einmal an Bedeutung. Sie wurde zum Mittelpunkt der athenischen Schule des Neuplatonismus. - 529 n. Chr. wurde die Akademie von Kaiser Justinian I. geschlossen.
 
In neuerer Zeit werden unter Akademie Einrichtungen zur Förderung von Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie Zusammenschlüsse besonders im Rahmen der beruflichen Aus- und Fortbildung verstanden: 1) Akademie der Wissenschaft; 2) Akademie für Sprache und Dichtung; 3) Wissenschaftliche Fachakademie (Berg-, Bau-, Handels-, Kunst-, Musik-, Sport-, medizinische, Militär-, Verwaltungsakademie u. a.); einige davon sind neuerdings in Fachhochschulen umbenannt oder zu Universitäten ausgebaut worden. 4) Akademie zur Förderung von Führungskräften der Wirtschaft; 5) kirchliche (evangelische, katholische) Einrichtungen der akademischen Öffentlichkeitsarbeit in Lebens- und Glaubensfragen im Hinblick auf Probleme der modernen Gesellschaft (Tagungen, Arbeitskreise); 6) Ausbildungslehrgänge für besondere Tätigkeiten (Sportarten, Mode, Kochen); 7) Singakademie (Vereinigungen zur Pflege des Chorgesangs).
 
Besonders in Österreich werden auch einzelne anspruchsvolle literarische oder musikalische Einzelveranstaltungen als Akademie bezeichnet.
 
Zur Akademie als Gelehrtenvereinigung Akademien der Wissenschaften.
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Akademie der Arbeit · Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung · Dichterakademien · evangelische Akademien · Führungsakademien · katholische Akademien · Kunsthochschulen · Militärärztliche Akademie · Militärschulen · päpstliche Akademien · Ritterakademien · Singakademien · Sozialakademien · Sprachakademien · Verwaltungsakademien · Villa Massimo
 

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Aka|de|mie, die; -, -n [1 a: frz. académie < lat. Academia < griech. Akade̅́meia = Lehrstätte Platons bei Athen]: 1. a) wissenschaftliche Gesellschaft; Vereinigung von Gelehrten, Künstlern od. Dichtern: A. der Wissenschaften, der Künste; die 1949 ... eingerichtete A. für Erziehung und Unterricht (Fraenkel, Staat 176); b) Gebäude, in dem eine ↑Akademie (1 a) ihren Sitz hat. 2. Fach[hoch]schule. 3. (österr.) literarische od. musikalische Veranstaltung: Livias Geburtstag, der jedes Jahr ... mit einer Art A. begangen wurde (Werfel, Himmel 12).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Akademie — (v. griech. Akademĭa), 1) Platz in Attika am Kephissos, nordwestlich von Athen, Anfangs dem Heros Akademos (s.d.) geweiht u. nach ihm genannt, mit angenehmen, bes. von Kimon angelegten Platanen u. Ölbaumpflanzungen, Altären der Musen, des Eros,… …   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Akademie — Akademīe (grch.), im Altertum ein dem Heros Akadēmos geweihter Platz in der Nähe Athens, wo sich ein Gymnasium mit schattigen Laubgängen befand. Da hier Plato seine Lehrvorträge zu halten pflegte, nannte man seine Schule die akademische, seine… …   Kleines Konversations-Lexikon

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  • Akademie — »Forschungsstätte; Bildungsinstitution, Fachhochschule«: Das Wort wurde im 16. Jh. im Zusammenhang mit der humanistischen Bewegung aus lat. Academia, griech. Akadē̓meia, dem Namen der Lehrstätte Platons, entlehnt. Diese wiederum heißt nach einem …   Das Herkunftswörterbuch

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